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linde

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Dienstag, 9. Oktober 2012, 08:28

Schafe - echte Überlebenskünstler

Echt stark!

Island - Aus isländischer Wolle lassen sich nicht nur warme Pullover stricken, sie kann auch ihre natürlichen Träger vor dem Hunger- und Kältetod retten. Einen Monat nach einem großen Schneesturm graben Bauern in Island immer noch lebende Schafe und Lämmer unter den Schnee- und Eismassen hervor. Nun müssen diese, der normalen Nahrung entwöhnt, mit Sauermilchprodukten wieder aufgepäppelt werden. Für die Schlachtung sind sie dadurch aber ungeeignet.

Der erste Schneesturm erreichte Island in diesem Jahr am 9. September ungewöhnlich früh. Die Schafherden, die im Sommer sich selbst überlassen sind, waren daher großteils noch auf den Weiden, wo sie zu Zehntausenden vom Unwetter überrascht wurden. Viele von ihnen wurden rasch geborgen, etwa 5000 Tiere dürften in den Schneemassen umgekommen sein, schätzt Thorarinn Petursson, der Verbandsvorsitzende der Schafbauern. Doch die Züchter haben die Suche nach Überlebenden bis heute nicht aufgegeben und werden immer noch belohnt. Spürhunde finden verschüttete Schafe auch ein paar Meter unter der Schneedecke, bei anderen hilft der Zufall: „Ein Mädchen brach durch eine Schneewechte und trat plötzlich auf etwas Weiches“, berichtete Thorsteinn Jonsson der Zeitung „Morgunbladid“, „ein anderes Lamm hörten wir durch die Eismassen hindurch blöken.“

Sie fraßen ihre eigene Wolle

Die Tiere überlebten, ohne sich rühren zu können und ohne andere Nahrung als der eigenen Wolle, an der sie im Notfall nagen können. Das dichte Fell rettete sie auch vor dem Erfrieren. Sie tranken den schmelzenden Schnee. Die zähen Schafe überraschten die Experten, die den Verschütteten eine Überlebensfrist von höchstens zwei bis drei Wochen eingeräumt hatten. Einige Züchter in der vom Schneesturm betroffenen Region Islands verloren bis zu 15 Prozent ihrer Herde.

Jetzt suchen die Hirten nach ihren Lämmern. „Solange wir welche finden, machen wir weiter“, sagt der Bauer Dadi Fridriksson. Sie finden sie selbst in Gegenden, in denen sonst nie ein Schaf weidet, was darauf hindeutet, dass sie in Panik vor dem Unwetter flohen. Obwohl die Schmelze die Schneedecke vermindert, sind die Tiere meist zu ermattet, um sich selbst zu befreien. „Wir müssen sie wegtragen und mit dem Auto heimfahren“, sagt Thorsteinn Jonsson. Andere wurden das Opfer von Raben und Polarfüchsen. Verletzt und im Schnee steckend wurden sie oft noch lebend gefressen.

Doch die Lämmer, die aller Unbill trotzten, haben dadurch ihre Überlebenschancen erhöht: Sie sind jetzt so abgemagert, dass sie erst wieder kräftig gefüttert werden müssen. Darum wartet auf die Überlebenskünstler nun nicht die Schlachtbank, sondern ein Winterstall.

stuttgarter-zeitung.de/inhalt.islands-schafe-echte-ueberlebenskuenstler.151912e1-778a-425c-85be-2d46c4a88798.html

2

Dienstag, 9. Oktober 2012, 11:25

Unglaublich - das wusste ich noch nicht. Danke für diesen Artikel, ich habe ihn mir rauskopiert und werde ihn im Unterricht einsetzen. Ich habe nämlich noch nach einem schönen Sachtext gesucht, der ein Tier beschreibt, das auch in Fabeln auftaucht, allerdings dort in einem ganz anderen Zusammenhang und mit ganz anderen Fähigkeiten und Eigenschaften. :herzmaler:
Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung. (Anonym)

Ket

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linde

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4

Mittwoch, 10. Oktober 2012, 11:57

Das ist ja auch eine ganz aktuelle - und eben erstaunliche Meldung!

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