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Kigo

Cafe Talker

  • »Kigo« ist weiblich
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1

Dienstag, 28. Juni 2011, 14:23

Meine Eltern

Meine Eltern waren beide Jahrgang 1924. Ich selbst bin adoptiert, aber das nur am Rande. Sie waren beide 43 Jahre alt, als sie mich mit 2,5 Jahren aus dem Heim holten.
Erst als Schulkind, und dann als Teenager merkte ich, das meine Eltern sehr viel älter waren, als die Eltern meiner Schulkameraden.
Ich wurde auch oft deswegen gehänselt.Einmal als Heimkind, zum anderen mit dem Alter meiner Eltern.
In meinen Augen hatten sie,besonders meine Mutter,tierisch altmodische Ansichten.
Das fing an mit der Mode, was ich gern anziehen wollte, und nicht durfte. Dnn durfte ich fast nix machen, was Jugendliche in dem Alter machen.
Aber gut, ich habs mehr oder weniger unbeschadet überstanden.
Ich heiratete 1989,bekam Flori und Franzi. Wir wohnten, und wohnen immer noch in meinem Heimatort. Meine Eltern waren immer präsent.
1994 bekam mein Vater seinen ersten Schlaganfall.
Die Folge war, das er nicht mehr sprechen konnte.
1996 bekam er den zweiten und starb 10 Tage später.
Er fehlt mir bis heute sehr.
Meine Mutter wurde nach dem Tod meines Vaters zunehmend gebrechlicher, so das wir dann mit ins Haus einzogen. Bis 2003 pflegten wir sie.
Dann ging es irgendwann nicht mehr und wir mußten uns dazu entschließen sie in ein Pflegeheim zu geben.
Vor knapp 2 Jahren( 4.Juli) starb sie mit fast 85 Jahren.
Ich bin jetzt 46 Jahre alt. Solange man noch Eltern hat, ist man immer noch Kind.

Ich bin jetzt erwachsen.

  • »hafensaenger« ist männlich

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2

Dienstag, 28. Juni 2011, 17:06

Vielen lieben Dank für deine ehrliche, kurze Geschichte nebst Abriss deines lebens. Besonders gefällt mir die Stelle "Solange man noch Eltern hat, ist man immer noch Kind." Ich habe sie noch, sie behandeln mich mit 37 Jahren wie ein Kind und dann bekommt der Satz noch mehr Bedeutung. Könnte ja auch hier von meinen Exemplaren erzählen, aber es ist ja dein Thread.

Kigo

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3

Dienstag, 28. Juni 2011, 18:01

Danke Hafen, Ja ich möchte in vielen Situationen einfach nur Kind sein. Das Kind meiner Eltern.
Ich bin manchmal schon etwas traurig, wenn ich sehe, wer von meinen ehemaligen Klassenkameraden noch seine Eltern hat.
Die Erinnerungen an meine Vergangenheit sind eigentlich immer präsent.
Meine Kinder, heute 18 und 22, können sich das so garnicht vorstellen, alte Eltern zu haben.
Für die beiden bin ich ja schon nahe dem Greisenalter.
Es war nicht alles schön aber ich blicke heute dankbar zurück, das sie mir ein zuhause gaben. Wer weiß was sonst aus mir geworden wäre.

  • »hafensaenger« ist männlich

Beiträge: 61

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4

Dienstag, 28. Juni 2011, 18:22

Nunja, ich bin erst 37, fühle mich jünger und ja auch viele meiner Klassenkameraden haben bereits keine Eltern mehr obwohl rechnerisch alle noch haben könnten. So ist das Leben halt. Das Kind meiner Eltern werden ich immer seien auch wenn sie mal von mir gehen bzw. von der Erde aber ich bin nich gerne ihr Kleinkind. Ich bin erwachsen und ihr Neger bin ich auch nicht. Ich habe noch keine Kinder, bin wohl in allen Lebenslagen Spätzünder. Noch sind meine Haustiere meine Kinder. Meine eltern sind beide 71 und noch sehr rüstig. Mein Leben war und ist die reinste Achterbahn aber es gab und gibt auch schöne Erinnerungen.

linde

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5

Montag, 5. September 2011, 22:10

Mein Vater ist vor 4 Jahren nach monatelangem Aufenthalt auf der Intensiv-Station gestorben. Das war eine sehr harte Zeit. Meine Mutter ist nur 22 jahre älter als ich. Ich bin 46, sie ist 68 Jahre alt. Vor bald einem Jahr hatte sie eine OP am Hüftgelenk, danach eine Rekonvaleszens-Phase und vor 2 Wochen ist sie mit uns wieder in den Bergen gewandert. Das hat mich sehr gefreut!
Aber auch meine Mutter denkt übers Altwerden nach. Wie es ist, wenn sie nicht mehr alleine zurecht kommt. Sie hat mir und meinen Brüdern gegenüber ihre Vorstellungen geäußert. Daraufhin habe ich sie gebeten, das auch aufzuschreiben. So etwas wie künstliche Ernährung sollte beizeiten geklärt und schriftlich festgelegt sein, dann ist es für die Angehörigen viel einfacher.

linde

Profi Talker

  • »linde« ist weiblich

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6

Montag, 5. September 2011, 22:15

Ach ja, es hat ja lange gedauert, aber seit ein paar Jahren fühle ich mich doch erwachsen. Ich glaube, seit der Zeit, in der mein Mann arbeitslos war und mein Vater gestorben ist. Das hat etwas in mir verändert - aber ich glaube mehr die Arbeitslosigkeit.
Hallo Kigo, schön, dich zu lesen!

Gruß,
Linde

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